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Dienstag, 21.November.2017

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Schwimmbäder in Hessen

Bewegung und Sport im Alltag

Quelle: Sportprogesundheit.de

Bewegung und Sport hält jung und gesund!
In modernen Zeiten bewegt sich vor allem die Technik, der Mensch selber bewegt sich immer weniger. Um einem Bewegungsmangel vorzubeugen, steigt die Bedeutung von Breiten-, Freizeit- und Gesundheitssportangeboten. Denn regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung sind die wichtigsten gesundheitlichen Energiequellen. Dafür bedankt sich das Immunsystem mit einem optimalen Schutz vor Krankheiten und erhält Körper und Geist fit und gesund.  

Was ist Gesundheit?
Gesundheit ist der Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit – diese Erklärung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 1946 weist bereits darauf hin, dass die langjährige Suche nach krankmachenden Risikofaktoren und alle daraus abgeleiteten krankheitsvermeidenden Strategien (Defizittheorien) als Erklärung von Gesundheit viel zu kurz greifen. Zentraler Kritikpunkt an den meisten Modellen ist die Tatsache, dass die psychischen und sozialen Bedingungen, in denen das Individuum lebt, darin nicht ausreichend berücksichtigt werden. Darüber hinaus sind diese Modelle auch nicht in der Lage, Antworten auf die folgenden Fragen zu geben:
Ø  Warum erkranken Menschen, die keine erkennbaren Risikofaktoren aufweisen? und
Ø  Weshalb bleiben Menschen gesund, obwohl sie zahlreiche der so genannten klassischen Risiken ausleben (Nikotin- und/oder Alkoholkonsum, Übergewicht, negativen Stress, mangelnde Bewegung, …)?  

Was erhält gesund?
Der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky (1923-1994) hat sich deshalb mit der Suche nach Faktoren beschäftigt, die eine individuelle Gesundheit erhalten. Er hat mit dem von ihm entwickelten Kontinuum-Modell der Saluto-Genese für jeden Menschen Wege zum „Gesund bleiben“ aufgezeigt, die der Hessische Schwimm-Verband durch gesundheitsorientierte Sportangebote unterstützen möchte.
Antonovsky verzichtet in seinem Modell auf die übliche Gegenüberstellung von „Krankheit“ und „Gesundheit“. Er weicht ab von der ausschließlich naturwissenschaftlich orientierten Medizin, die Krankheiten und Beschwerden aufgrund von Diagnosen als Störungen behandelt und, die sich dabei an Abweichungen von willkürlich definierten Normwerten orientiert. Im Modell Antonovskys stellen Gesundheit und Krankheit etwas Zusammenhängendes dar. Nicht allein die krankmachenden Risikofaktoren werden von ihm analysiert, auch die Gesundheit unterstützende Schutzfaktoren erhalten eine Bedeutung. Jeder Mensch kann seine persönlich vorhandenen psychischen Kompetenzen und sein psychisches Wohlbefinden, die so genannten Ressourcen - Antonovsky nennt sie Widerstandsquellen - zur Bewältigung innerer und äußerer Anforderungen – den so genannten Stressoren - einsetzen. Der Sportwissenschaftler Klaus Bös (Universität Karlsruhe) zählt die persönliche Fitness, eine ausreichende soziale Unterstützung (z.B. durch die Mitglieder der Sportgruppe), die persönliche Lebensweise (z.B. die Anwendung von Regeln und Ritualen) und ein ausreichendes Gesundheitswissen zu den möglichen Widerstandsquellen. Dr. Wolfgang Neß (Sportpsychologe) zitiert in einem Aufsatz zur Veranschaulichung des Modells Antonovskys folgenden Vergleich: „Wir alle befinden uns in verschiedenen Flüssen, deren Strömung und Strudel oder andere Gefahrenquellen variieren; niemand befindet sich am sicheren Ufer. Flussabwärts, wo der Fluss starke Turbulenzen aufweist, sehen wir Menschen, die verzweifelt darum kämpfen, ihren Kopf über Wasser zu halten. Viele Spezialisten kümmern sich mit großer Hingabe, den Ertrinkenden zu helfen“. Die Turbulenzen symbolisieren Krankheiten, die Spezialisten sind die Gesundheitsexperten, die bemüht sind, die Krankheiten zu beherrschen und die Patienten zu heilen. Antonovsky geht in seinem Modell davon aus, dass auch ein gesunder Mensch nicht am sicheren Ufer steht. Vielmehr befindet er sich vom Moment der Empfängnis bis zu seinem Tod in einem Fluss, der neben friedlichen, ruhigen Passagen auch viele Gefahrenquellen (Stromschnellen, Strömungen, kleine Wasserfälle, usw. ) bereithält und von ihm eine gewisse Aktivität abverlangt. Denn das Einstellen aller Bewegungen würde zu seinem Untergang führen. Demnach muss nun der zentralen Frage nachgegangen werden, wie ein Mensch die Gefahren seines (Lebens-) Flusses bewältigen kann bzw. wie er zu einem guten Schwimmer wird. Gesund ist, wer den Fluss, in dem er sich bewegt, einigermaßen überblickt und seine Wünsche, sein Können und sein Tun auf die drohenden Gefahren abstimmt. In vielen Kulturräumen – u. a. im antiken Griechenland und im Römischen Reich - diente die in diesen Gesellschaften entwickelte Badekultur der Steigerung der persönlichen Widerstandsquellen.  

Badekultur und Gesundheitsförderung
Baden verfolgt in erster Linie den Zweck der Körperreinigung (Hygiene), dient aber auch der Förderung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens. Öffentliche Badeanlagen gab es bereits während der Indus-Kulturen 2500 v.Chr. . Über Jahrhunderte ersetzten öffentliche Badehäuser das private Badezimmer. In den mitteleuropäischen Badehäusern standen oft Wannen aus Holz, Kupfer oder Messing dicht an dicht nebeneinander. Wer schwimmt, taucht in eine andere Welt ein. Man hört anderes und sieht anders. Als älteste bekannte Schwimmdarstellung gelten Felszeichnungen in der lybischen Wüste (Ägypten), die wahrscheinlich kurz nach der letzten Eiszeit entstanden und etwa 8000 Jahre alt sind. Die dort gemalten Schwimmer führen einen Gleichschlag aus, eine Art Brustschwimmen. Im alten Ägypten gehörte Schwimmen zum guten Ton. Adelige und die Kinder der Könige hatten ihren persönlichen Schwimmmeister. Sogar die Frauen schwammen. Altägyptische Hieroglyphen zeigen den Schwimmer im Wechselbeinschlag. Offenbar kraulten die Ägypter durchs Wasser. In der Zeit der griechischen und römischen Antike diente die Schwimmausbildung nicht nur der körperlichen Ertüchtigung und sondern auch der Vorbereitung auf den Kriegsdienst. Sowohl bei den Griechen, als auch bei den Römern gab es Schwimmbäder, meist jedoch nur für die Oberschicht. Die einfachen Einwohner Roms gingen in Flüssen oder Fischteichen schwimmen. Die erste öffentliche Badeanstalt wurde 150 v. Chr. in Pompeji eröffnet. Auch die Germanen waren hervorragende Schwimmer. Von ihnen ist bekannt, dass sie Wettkämpfe abhielten und ihre Schwimmkunst erfolgreich im Kampf gegen die Römer nutzten. Den Überlieferungen zufolge hatten die Germanen eine Schwimmtechnik, die sich mit unserem heutigen Kraulstil vergleichen lässt. Außerdem waren sie nicht sehr empfindlich und gingen zu jeder Jahreszeit in die offenen Gewässer, selbst bei eisiger Kälte. Nebenbei war das Bad für sie ein wirksames Mittel gegen Krankheiten. Noch im Hochmittelalter (11. - 13. Jahrhundert n. Chr.) gehörte die Schwimmfähigkeit in Deutschland zu den „ritterlichen Fertigkeiten“. Erst mit dem wachsenden Einfluss des Klerus auf das gesellschaftliche Leben und den Alltag der Menschen wurde zunächst das Baden und in der Folge auch das Schwimmen verpönt und vielerorts verboten. Wasser galt nun als gefährliches Element. Es entstanden allerlei Gruselgeschichten vom mörderischen Seeungeheuer und Dämonen, die unter Wasser lauerten. Außerdem wurde Wasser als Brutstätte von Krankheiten und moralischer Verwerfung verunglimpft. Den Grundstein hierfür hatte bereits der heilige Hieronymus im 4. Jahrhundert gelegt, der das Baden nur noch Kindern gestatten wollte. Als Begründung nennen christliche Geschichtsschreiber u.a. die Dekadenz, die in den römischen Bädern geherrscht haben soll. Auch die Badehäuser des Mittelalters wurden oft als Bordelle betrachtet. Das Konzil von Trient (1545-1563) verhängte endgültig ein kirchliches Badeverbot und das Schwimmlernbuch des Berner Universitätsprofessors Nikolaus Wynmann kam nur kurz nach seiner Veröffentlichung 158 auf den kirchlichen Index. Öffentliches Baden und Schwimmen waren für die nächsten fast zweihundert Jahre geächtet. Dies führte im Ergebnis zu einem Tiefststand der Körperhygiene. Anstelle der Körperreinigung wurden Körpergerüche mit Parfums und Puder überdeckt.  

Aufklärung und Abhärtung
Erst in der Zeit der Aufklärung, etwa in der Mitte des 18. Jahrhunderts wandelte sich die Einstellung zum Baden und Schwimmen wieder. Pädagogen und Philosophen trieben die Entwicklung voran. Basierend auf den Schriften des Engländers John Locke (1632-1704) und des aus Genf stammenden Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) entwickelten in Deutschland die Philanthropen (= Menschenfreunde) ein pädagogisches Konzept, das von der Selbstverantwortung, den Entwicklungspotentialen und dem Vollendungstreben des Menschen ausging. Sie forderten neben der Einführung von Sexualkunde, Werkunterricht und der Gartenarbeit für Knaben auch „körperliche Ertüchtigung“ und Abhärtung. Zu ihnen zählte u.a. auch Johann Christoph Friedrich GutsMuths (1759-1839). Das Philanthropinum in Dessau war die erste deutsche öffentliche Schule, an der regelmäßig Körperübungen unter der Leitung ordentlicher Lehrer der Schule betrieben wurden, die auch in anderen Fächern Unterricht erteilten. Dieses nahm C. G. Salzmann (1744-1811) als Vorbild für seine Erziehungsanstalt in Schnepfenthal bei Gotha, an der von 1785 bis zu seinem Tod im Jahr 1839 auch GutsMuths tätig war. 1798 veröffentlichte GutsMuths ein Lehrbuch, in dem er eine systematische Schwimmausbildung beschrieb, durch die das damals häufig vorkommende Ertrinken reduziert werden sollte (Prävention). Der Begriff der Abhärtung fand nicht nur Eingang in die Pädagogik, sondern auch in die Medizin und die Naturheilkunde. Der bekannteste Naturheilkundler war der Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897). Durch das Wassertreten nach Kneipp wird der Kreislauf angeregt und die arterielle Durchblutung gefördert. Der Kältereiz des Wassers lässt die oberflächlichen Blutgefäße kontrahieren. Gemeinsam mit der Muskelbewegung fördert dies auch den venösen Blutstrom und wirkt präventiv gegen Krampfadern. Zuvor hatte sich bereits der Arzt und Wissenschaftler Christoph Wilhelm Hufeland (1762-1836) wegen seiner gesundheitlichen Wirkung sowohl für das Schwimmen zur körperliche Ertüchtigung (Prävention) als auch für die Einrichtung von Kurbädern am Meer (Rehabilitation) eingesetzt. In seinem Werk „Makrobiotik oder die Kunst, das menschliche Leben zu verlängern“, dass im Jahr 1797 erschienen war, widmete sich Hufeland zunächst den möglichen Verlängerungsmitteln des Lebens. Im Buch gibt er Empfehlungen für eine allgemeine gesunde Lebensweise und für eine gesunde Ernährung, rät zu körperlicher Bewegung an der frischen Luft und zu Sauberkeit und zweckmäßiger Kleidung als Voraussetzungen der Gesunderhaltung. Zu den Verkürzungsfaktoren des Lebens zählt Hufeland u. a. die physische und moralische Weichlichkeit, die Untätigkeit und die Überlastung.  

Hygiene und Gesundheit
Aufgrund veränderter Hygienevorstellungen erlebten auch die Wannenbäder im 19. Jahrhundert eine Renaissance. Zunächst wurden an zahlreichen Flüssen Badeschiffe eingerichtet, dass wohl luxuriöseste im Jahre 1800 in Frankfurt am Main. Darauf gab es acht separate Badezimmer. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden dann auch öffentliche Badeanstalten in festen Gebäuden. Wegweisend dafür war eine 1842 in Liverpool eröffnete Bade- und Waschanstalt für die arbeitende Klasse. Das erste Volksbad in Deutschland eröffnete 1855 die Stadt Hamburg. Es bot der ärmeren Bevölkerung der Hansestadt 65 Badewannen zur Körperreinigung und 56 Stände zum Wäschewaschen an. Eine Weiterentwicklung der Wannenbäder stellten die sogenannten Volksbrausebäder dar, die der Berliner Dermatologe Oskar Lassar 1883 auf der Hygiene-Ausstellung in Berlin erstmals öffentlich vorgestellt hatte. Heute werden Brausebäder als Duschen bezeichnet. Erst im 20. Jahrhundert machte der Einbau von Badezimmern in die Privatwohnungen die öffentlichen Reinigungsanstalten weitestgehend überflüssig.  

Fitness und Gesundheit
Die Reform- und Naturheilkundebewegung hat auch den Begriff „Fitness“ geprägt. Nachdem die Nationalsozialisten den Begriff pervertiert hatten, wurde er in den 1960er Jahren aus den USA reimportiert. Heutzutage wird unter Fitness die psychische und physische Leistungsfähigkeit eines Menschen verstanden, die ihn in die Lage versetzt, die vielfältigen seelisch-geistigen und körperlichen Belastungen von Alltag, Beruf und Freizeit so zu bewältigen, dass nicht geistige oder körperliche Ermüdung oder gar Erschöpfung eine weitere kreative Lebensgestaltung verhindern. Die WHO hat diese Voraussetzungen auf die konkrete Situation des Sporttreibens umgesetzt und ihre Definition „Richtig fit“ formuliert. Mit vier leicht merkbaren Schlagworten, die sich in jedem Alter gut umsetzen lassen: „Richtig fit“ hält sich der Mensch oder wird ein Mensch, indem er regelmäßig, richtig, mit Maß und mit Spaß Sport treibt. Das Risiko für Zivilisationskrankheiten wie Herzinfarkt und Fettleibigkeit kann durch ein gezieltes Fitnesstraining verringert werden. Konzentrations- und Lernfähigkeit werden gesteigert. Im Bewegungsraum Wasser kann jeder seine Belastungsintensität selbst steuern. Schonend für Haltungs- und Bewegungsapparat und unabhängig vom Körpergewicht und motorischen Voraussetzungen ist es bei Aquafitness und Schwimmangeboten möglich, kontinuierlich die persönliche Leistungsfähigkeit zu steigern und zu optimieren. Ungesunde Ergänzungsmittel (Doping, Anabolika) sind mit Fitness genauso wenig zu vereinbaren wie die Beschränkung auf ein reines Krafttraining.
Der Hessische Schwimm-Verband ist führender Anbieter in den gesundheitsfördernden Segmenten des Schwimmens (horizontale Bewegung) der Aqufitness (vertikale Bewegung). Informieren Sie sich über gesundheitsfördernde Angebote der Vereine [hier]. Am Ende des Links finden Sie das Dokument "Zertifizierte Angebote" zum Downloaden.