Die Anfrage vom ZDF erhielt ich Anfang Oktober – ob sie für die Sendung „Hallo Deutschland“ nicht mal etwas über Synchronschwimmen bringen könnten.
Moderator Achim Winter ist auf der „Suche nach dem Besonderen“ auf unsere Sportart gestoßen und natürlich waren wir sehr gerne bereit mit dem ZDF eine Trainingseinheit zu gestalten.
Ziel für Achim war: „ich will das auch versuchen und bei den Mädels mittrainieren“.

Aus dem D-Kader Synchronschwimmen standen am 21.10. acht meiner Aktiven bereit um Achim das Know-how und die hohe Schule der „schönen Schwimmkünste“ beizubringen.
Er wurde von zwei Kameramännern begleitet, von denen einer an Land und der andere später mit Neo und Flossen unter der Wasseroberfläche unterwegs war.
Wie immer begann das Training mit einem Aufwärmprogramm an Land, das von meiner ehemaligen NK 1 Athletin Lea Kittinger geleitet wurde.
Schon an Land zeigten sich für Achim die ersten Schwierigkeiten – Beweglichkeit und Spannung waren schon mal nicht sein Ding.
Also wollte er im Wasser eine bessere Figur machen – aber schon beim Einschwimmen war er auch nicht ganz vorne zu finden. Nach den obligatorischen Schwimmstrecken folgten für meine Kaderathletinnen die synchrospezifischen Bahnen, mit Wassertreten, Ballettbein, Boosts und vielen anderen speziellen Technikaufgaben. Achim wollte noch nicht aufgeben aber er gestand jetzt schon unumwunden zu, dass diese kompositorische Sportart sehr komplex ist und „Mann“ das nicht von heute auf morgen mal eben ausprobieren kann.

Der zweite Teil unserer Wassereinheit gehörte dem Training einer Gruppenkür und natürlich wollte er auch hier gerne mitschwimmen. Die Aktiven zeigten ihm zuerst wie wir unsere Küren im Trockenen vorbereiten. Dazu machen die Schwimmerinnen Stehproben an Land, wobei sie ihre Kür, die komplett ausgezählt ist, zuerst nach den Zahlen durchgehen. Im Anschluss gibt es mehrere Durchgänge mit der Kürmusik und exakten Formationen an Land.
Der Höhepunkt für das Team vom ZDF war dann die erste Präsentation der Gruppenkür mit Musik im Wasser. Es klappte prima, alle Heber und Sprünge waren perfekt und das Team zeigte eine fast fehlerfreie Kür. Danach wurde die Gruppe nochmal in zwei Teilen geschwommen, damit die beiden Kameramänner alles besser und näher in ihre Aufnahmegeräte bekamen.
Das Fernsehteam war begeistert von den Leistungen der Athletinnen und gab uneingeschränkt zu, dass man „Synchronschwimmen nicht mal so nebenbei lernen kann“. Diese Sportart besteht aus so vielen einzelnen Komponenten, wie Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer, Musikalität, Orientierungsfähigkeit unter Wasser und Teamspirit, die alle für eine perfekte Kür gebraucht werden.
Angespornt von unserer tollen Kürleistung wollte Achim doch gerne noch ein bisschen Einzelunterricht haben und lies sich von Lea zeigen wie man Ballettbein, Boosts, Schrauben und vieles mehr perfekt ausführt. Lea gab sich die größte Mühe und er versuche alle Übungen, konnte aber nicht ganz an ihre Leistungen anschließen.

Zum Abschluss gab es noch ein paar Interviews mit den einzelnen Aktiven. Achim wollte wissen wie lange die Mädels diesen Sport schon ausübten, wie sie zu dieser Sportart gekommen sind, ob das Training ihnen Spaß mache, welche Erfolge sie schon errungen haben und vieles mehr. Die jungen Damen beantworteten seine Fragen gern und hatten viel Spaß an der ganzen Sache.
Spannend fanden wir alle Achims letzte Aussage vor laufender Kamera: „Heute wollten mich die Damen noch nicht in der Gruppe mitschwimmen lassen. Sie meinten ich müsse erst noch ein bisschen üben und dann könne ich in zwei Wochen noch mal kommen!“

Annette Gäßler
Fachwartin Synchronschwimmen