Hessische Freiwassermeisterschaften 2019 im See Freigericht West

Foto: R. Mende
Volles Haus in Großkrotzenburg Foto R. Mende

Die Sonne kommt wieder raus, die Temperaturen kratzen an den 30 Grad, hessische Schwimmerinnen und Schwimmer greifen zahlreich mit schönen Leistungen wieder ins Wettkampfgeschehen ein. So oder ähnlich kann man die Hessischen Freiwassermeisterschaften 2019 beschreiben. Diese wurden am Samstag, den 24.08.2019 im See Freigericht West in Großkrotzenburg ausgetragen. Der Grillstand und die Kuchentheke, welche vom Ausrichter WSV Großkrotzenburg organisiert wurden, sorgten für das leibliche Wohl aller anwesenden Teilnehmer, Kampftichter und Besucher. Davon konnten sich auch die Ehrengäste überzeugen. Der hessische Landtagsabgeordnete Heiko Kasseckert und Bürgermeister Thomas Bauroth ließen sich wie der HSV-Ehrenpräsident Dr. Werner Freitag in Großkrotzenburg sehen und besuchten Hessens Schwimmer/innen. Auch HSV-Präsident Michael Scragg, der neben Joachim Becker als Sprecher fungierte und HSV-Schwimmwart Markus Klotz waren vor Ort. Die HSV-Masters-Beauftragte Astrid Hegemann fungierte als Startordnerin und schaute zudem nach ihren Masters-Schützlinge die genau wie die Jugend bei dem Open-Water-Wettkampf an den Start gingen. Für den Nachwuchs schaute extra auch „Bundestrainer Nachwuchs Freiwasser“ Constantin Depmeyer am Veranstaltungsort vorbei, um nach Kandidaten für die zukünftige Nationalmannschaft zu schauen. Vielleicht ist unter diesen auch ein Athlet oder eine Athletin aus den 37 hessischen Vereinen, die mit 150 Schwimmerinnen und 148 Schwimmer bei den HM Freiwasser am Start waren. Das größte Team stellte dabei die SG Frankfurt die mit insgesamt 60 Teilnehmern für 59 Einzel und vier Staffelstarts beitrugen. Insgesamt begaben sich in Großkrotzenburg nach der allseitigen Sommerpause 162 weibliche und 153 männliche Teilnehmer aus 48 Vereinen aus insgesamt sieben Landesverbänden in die Fluten des 24 Grad warmen Sees und sorgten für 283 Einzel- und 37 Staffelstarts, so viele wie noch nie bei Hessischen Freiwassermeisterschaften.

Bei strahlendem Sonnenschein musste dabei ein 1250m Vierecks-Kurs im umschwommen werden, wobei eine Wendemarke geographisch gesehen in Bayern lag. Für die Streckenüberwachung und die Sicherheit im See (auch vor den in den Medien angesprochenen Riesenfischen) sorgte der WSV Großkrotzenburg und die ortsansässige DLRG, die mit „Manpower“ auch den Ausfall des Elektrobootes regenerieren konnten.

Fot: R. Mende
Foto: R. Mende

Den Anfang machten dabei die 5000m Freistil, bei denen insgesamt 21 Schwimmerinnen und 23 Schwimmer am Start waren. Bei den Damen schlug dabei Elea Linka von der SG Stormarn Barsbüttel aus Schleswig-Holstein nach 1:01:20,82 Std als erstes am Zielbalken an. Sie gewann dadurch in Offenen als auch in der Junioren-Wertung. Zweite wurde Christina Lehr (1998) vom Hofheimer SC in 1:06:45,60 Std vor Lisa Marie Schulte (2003) von der SG Frankfurt in 1:07:25,95 Std. In der Junioren-Wertung konnte Anna Reschko (2002) von der SG Frankfurt in 1:10:20,15 Std Silber gewinnen. Bronze ging an Isabella Prehn (2002) vom SC Wiesbaden in 1:13:36,09 Std. Bei den Männern konnte WM-Teilnehmer Niklas Frach überzeugen. Der Wetzlarer, der seit kurzem für den SV Gelnhausen startet, konnte die vier Runden in 58:56,17 min absolvieren und sicherte sich souverän den Titel. Zweiter wurde Max Brandenstein (2001) vom SC Wiesbaden, der mit 1:01:28,03 Std die Silbermedaille in der Offenen Wertung und die Goldmedaille in der Junioren-Wertung gewinnen. Zweiter bzw. Dritter wurde Aaron Wilmes (2002) von der SG Frankfurt in 1:01:34,48 Std. Dritter und Bronze-Medaillengewinner bei den Junioren wurde Leon Prinz (2002) vom TV Wetzlar in 1:03:32,63 Std.

Start Foto: R. Mende

Nach der Mittagspause  standen die 2500m Freistil auf dem Programm. Die zwei Runden wurden dabei vom Jahrgang 2007 bis 2003 in der Jahrgangswertung und in der Masters-Wertung geschwommen. Bei den Damen konnte Hannah Gätjen (2006) von der SG Stromarn Barsbüttel mit 32:23,49 min die schnellste Zeit erreichen und den Jahrgang 2006 erringen. Rianne Rose vom TV Dillenburg konnte in 32:59,07 min die Goldmedaille im Jahrgang 2005 gewinnen und zugleich die zweitschnellste Zeit erlangen. Die drittschnellste Zeit von 33:33,58 min schwamm Anna-Fiona Volz vom DSW Darmstadt und gewann die Wertung im Jahrgang 2003 knapp vor Lili Marie Krame (SG Frankfurt) die mit knapp einer halben Sekunde dahinter durchs Ziel schwamm und so für die knappste Entscheidung des Wettkampfes sorgte. Bei den Masters gelang Jennifer-Nicole Faruga (AK 20, TV Dillenburg) mit 34:50,48 min die schnellste Zeit. Auch Sylvia Ziegler (AK 45, SG Wetterau) war mit 35:35,51 min ziemlich fix im „Großkrotzenburger See“ unterwegs.

Bei den männlichen Athleten war der Jahrgang 2005 am Stärksten besetzt. So konnte der Wetzlarer Niklas Römer (2005) mit 30:50,65 min als erstes nach 2500m durchs Ziel schwimmen. Sein Jahrgangs-Konkurrent Felix Hofmann (SC Wiesbaden) kam mit 30:52,42 nur knapp dahinter an. Dazwischen gesellte sich nur Nils Müller (2003, SV Gelnhausen), der 30:52,10 min benötigte und damit den Jahrgang 2003 für sich entscheiden konnte. Bei den Masters schaffte Scott McClymont mit 30:59,44 min die schnellste Zeit und holte den Titel in der AK 20.

Im dritten Abschnitt folgte die 3*1000m Staffel. Hier wurde den Schwimmerinnen und Schwimmern der „Grenzübertritt“ nach Bayern verwehrt und es war somit nur ein Dreiecks-Kurs. Hier konnte sich die Mannschaft des SV Gelnhausen (Jana Schomann/Nils Müller/Niklas Frach) nach 35:27,28 min durchsetzen und den Titel gewinnen. Zweiter wurde das Team der SG Frankfurt (Lili Marie Kramer/Aaron Wilmes/Richard Braunberger) in 36:28,82 min, dritter der TV Wetzlar (Leon Prinz/Emma Nikles/Niklas Römer) in 36:54,68 min.

In der Pause zwischen den 5000 und den 2500m wurde als Einlage das Großkrotzenburger Freiwasserschwimmen ausgetragen, bei dem 66 Teilnehmer/innen über 200m bzw. 500m Freistil an den Start gingen. Dies fand schönen Zuspruch, auch bei „Langstrecken-Königin“ Angela Maurer die ebenfalls bei den Hessischen Freiwasser-Meisterschaften vorbeischaute und es sich nicht nehmen lies, die Siegerehrung für den Einlage-Wettbewerb durchzuführen, was bei den jüngsten Schwimmerinnen und Schwimmern für leuchtende Augen sorgte. Für viele auch sicher ein Anreiz,  an den Meisterschaften 2020 in Großkrotzenburg an den Start zu gehen.

Foto: R. Mende
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HESSISCHE Meister/innen im Freiwasserschwimmen 2019
weiblich: Angelika Ballersteadt, Jennifer-Nicole Faruga, Larissa Katzmann, Teodora König, Ursula-Beate Neißer, Rianne Rose, Jana Schomann, Andrea Smycek, Marie Strohalm, Katja Trosien, Anna-Fiona Volz, Isabelle Wetzstein, Sylvia Ziegler
männlich: Christian Adam, Nico Binder, Max Brandenstein, Alexander Eichler, Egor Formuzal, Peter Fourier, Niklas Frach, Matthias Hartmann, Kevin Javidinejad, Jochen Leinweber, Scot McClymont, Sebastian Metzler, Sebastian Moll, Nils Müller, Thomas Mulitze, Holger Ponert, Niklas Römer

Die Ergebnisse finden im Veranstaltungskalender HM Freiwasser

VON: INGMAR ZACHARIAS – BERICHTERSTATTUNG SCHWIMMEN