Der Vereins- und Sportalltag verläuft anders als vor dem Shutdown im März. Seit Anfang Mai spüren wir die Lockerungen in den verschiedenen Lebensbereichen. Seit dem 09. Mai ist auch das sportliche Training für fast alle wieder möglich. In einem nächsten Schritt können nun die Schwimmbäder für den Vereinssport öffnen. Besonders im Fokus werden die Jüngsten im Verein, die Schwimmanfänger stehen. Für den Wiedereinstieg in die Schwimmausbildung haben wir diese Hinweise erstellt.

Vorab noch einige allgemeine Hinweise:
– Für alle Vereine und Vereinsmitglieder gelten die hessischen Verordnungen zur Bewältigung der Corona-Pandemie. Diese finden Sie auf der Homepage „Bürgerservice Hessenrecht“.
– Die Gesundheit und der Sport sind im föderalen System Länderangelegen¬heiten. Die Lösungen zum (Wieder-)Anfahren des sozialen Lebens sind in den 16 Bundesländern unterschiedlich, verlaufen in verschiedenen Geschwindigkeiten und werden sich regional weiter ausdifferenzieren. Über die Öffnung von Hallen- und Freibädern entscheiden die Betreiber dieser Bäder in Abstimmung mit den kommunalen Behörden. Vereine werden also noch stärker als bisher auf unterschiedliche Voraussetzungen und Regelungen treffen.

Daher kann es keine pauschalen Konzepte und Vorschläge geben, sondern wir empfehlen unseren Vereinen, sich bei der Erstellung der Hygienekonzepte für die Schwimmausbildung an den folgenden Fragen zu orientieren.
1. Zugang sowie Nutzung von Umkleiden und Duschen
Die aktuell gültigen Landesregelungen sehen ein anlagenbezogenes Zugangskonzept vor, das den Zutritt zur Sportstätte unter Vermeidung von Warteschlangen sicherstellt. Die Nutzung von Sammelumkleiden ist zulässig, wenn max. eine Person je angefangener Grundfläche von 5 Quadratmetern eingelassen wird oder in den Umkleiden eine ausreichende Trennung durch feste Schutzeinrichtungen vorgenommen wird.

– Welche Zugangs- und Umkleide-Lösungen sind unter Berücksichtigung der Abstands- und Hygieneregeln in unserem Bad umsetzbar?
– Wie können wir organisatorisch und personell die Umsetzung unterstützen?
– Wie dürfen und können wir Eltern als Unterstützer einbinden?

Die Öffnung von Duschräumen ist zulässig, setzt jedoch ein anlagenbezogenes Hygienekonzept des Badbetreibers voraus. Auch in den Duschen ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Menschen zu gewährleisten.

Ggf. sind mit dem Badbetreiber Lösungen zu entwickeln.
– Welche Lösungen sind unter Berücksichtigung der Abstands- und Hygieneregeln für Schwimmkurse in unserem Bad umsetzbar?

2. Vermittlung
Trainingsbetrieb ist möglich, wenn er kontaktfrei ausgeübt wird und ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen gewährleistet ist.
Spielerische Übungen sind der beliebteste methodische Weg, um Kindern das Antreiben im Wasser (Schwimmen) zu vermitteln. Partner- und Gruppenspiele entfallen aber, wenn die Abstandregeln einzuhalten sind. Auch das häufig praktizierte Bewegungsführen, dass ein Anfassen der Kinder erfordert, ist nicht möglich. Zu beantworten sind folgende Fragen:
– Wie können wir die Abstands- und Hygieneregeln einhalten und dennoch mit Anfängern arbeiten? Wie wollen wir methodisch vorgehen?
– Wie dürfen und können wir Eltern und andere Familienmitglieder als Unterstützer in unseren Kurs einbinden? (Angehörige des gleichen Haushalts ist kein Mindestabstand einzuhalten und Partneraufgaben sind somit möglich)
– Was ist die maximale Anzahl an Teilnehmer*innen unter den unterschiedlichen Bedingungen?
– Welche Hilfsmittel können wir einsetzen, um direkte Kontakte zu vermeiden?

3. Hilfsmittel
Die Verordnung schreibt auch Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen, insbesondere bei der gemeinsamen Nutzung von Sportgeräten, vor.
Neben den Abstandregelungen, die eine sogenannte Tröpfcheninfektion vermeiden sollen, gilt es, eine Flächeninfektion (früher Schmierinfektion) zu vermeiden und die von mehreren Personen genutzten Gegenstände regelmäßig zu desinfizieren. Hierzu zählen Umkleideschränke, Garderobenhaken, – Bänke, Duschknöpfe, Auftriebshilfen, Spielgeräte etc. Für die Desinfektion der Badeinrichtung ist in der Regel der Badbetreiber verantwortlich. Auftriebshilfen und genutzte Spielgeräte fallen in die Verantwortung der Vereine.
– Wie stellen wir dies für Anfängerkurse unter Berücksichtigung der Abstands- und Hygieneregeln in unserem Bad sicher?
– Welche Aufgaben übernimmt der Badbetreiber, wofür sind wir verantwortlich?
– Wie dürfen und können wir auch hierbei Eltern als Unterstützer einbinden?

Die lokal gefundenen Antworten gehören in das Hygienekonzept. Dieses sollte
– allgemeine Verhaltens- und Hygieneregeln enthalten
– vorsehen, dass Verhaltens- und Hygieneregeln, die von allen Kursteilnehmer*innen zu befolgen sind, von diesen bzw. den Eltern unterschrieben werden müssen,
– Kontaktrisiken und Symptome regelmäßig ausschließen (z. B. über einen Fragebogen, der regelmäßig bei jedem Kurstermin auszufüllen ist).

Wenn das Hygienekonzept erstellt ist, muss jeder Verein für sich klären, ob und wie er einen ggf. höheren Personalbedarf für Schwimmkurse sicherstellen kann. Ggf. können finanzielle Hilfen für Vereine beantragt werden. Weitere Informationen und das Formular finden sich auf der Seite des Innenministeriums: Hier gelangen Sie direkt zur Homepage des HMdIS.

Von: Fachsparte BFG und Breitensport und Sportentwicklung