Erfolgreiche Premiere für das ERSTE 8-Stunden-Schwimmen des Rüsselsheimer Schwimm-Clubs (RSC), das am 28.06.2025 im Hallenbad in Rüsselsheim stattfand.
Am Ende der Veranstaltung konnten 12.500 Euro für die Ukraine-Hilfe Oboz e.V. gesammelt werden. „Wir sind überglücklich“, freute sich Olga Byegunova vom Vereinsvorstand. Der Verein liefert seit 2014 Hilfsgüter und Fahrzeuge ins Kriegsgebiet. „Das bedeutet den Menschen in unserer Heimat sehr, sehr viel. Wir sind sehr dankbar, dass so viele Menschen für uns ins Wasser gegangen sind und großartig geschwommen haben.“
Zwar hat Oboz e.V. seinen Sitz in Frankfurt, doch „Rüsselsheim ist unsere Lieblingsstadt, weil hier immer so viel passiert“, betonte Byegunova. Die Verbindung zum Spendenprojekt kam durch Holger Kresse zustande, der in der Masters-Trainingsgruppe des RSC schwimmt und seit 2022 mit Oboz zusammenarbeitet.
Insgesamt 72 Schwimmerinnen und Schwimmer gingen am 28. Juni im Rüsselsheimer Lachebad an den Start. Neben dem RSC waren auch die TG Rüsselsheim, LC Olympia Wiesbaden, DJK SSG Bensheim, TV Haßloch, SSV Raunheim, SKV Mörfelden, DLRG Rüsselsheim und der MTC Rüsselsheim vertreten. Auf jeder Bahn traten zwei Teams gegeneinander an, jeweils ein Schwimmer pro Mannschaft war gleichzeitig im Wasser.
Ein besonderes Highlight war die Sprintwertung zwischen 14 und 15 Uhr, bei der die Stimmung ihren Höhepunkt erreichte.
Den Gesamtsieg holte sich das Team Schnüffelpüffels aus der RSC-Mastersgruppe. Die Mannschaft um Cheftrainerin Kerstin Wollbeck erschwamm allein 2.292 Euro an Spenden. Platz zwei belegten die R-heim Sharks (eine Kombination aus Rüsselsheimer und Raunheimer Schwimmern) mit 1.177,50 Euro, gefolgt von den Wasserflitzern mit 946,40 Euro.

Auch in den Sonderwertungen überzeugten die Schnüffelpüffels: Sie sicherten sich sowohl den Sieg in der Sprintwertung (4,45 km) als auch für die meisten geschwommenen Kilometer (31,05 km). Insgesamt legten alle Teilnehmer gemeinsam 230,35 Kilometer zurück. Der älteste Starter war 86 Jahre alt, der jüngste der siebenjährige Sohn von Meike Freitag.
Die dreifache Olympiamedaillengewinnerin aus Rüsselsheim hätte gerne selbst teilgenommen, musste jedoch kurzfristig wegen einer Erkältung passen.
„Es war sehr viel Arbeit im Vorfeld – wir haben fast ein halbes Jahr vorher mit der Planung begonnen“, berichtete Wollbeck. „Aber es hat sich mehr als gelohnt.“ Rund 30 Helferinnen und Helfer waren im Einsatz, übernahmen verschiedenste Aufgaben – vom Bahnenzähler über den DJ bis hin zum Verpflegungsstand, dessen Einnahmen ebenfalls gespendet wurden.
Oboz e.V. beschafft unter anderem Krankenwagen, die in die Ukraine geliefert werden. Seit Februar 2022 konnten auf diese Weise bereits über 80 Fahrzeuge bereitgestellt werden.
„Ich bin seit 18 Jahren Erster Vorsitzender des RSC. Dies war die bislang beste Veranstaltung in dieser Zeit“, resümierte RSC-Vorstandschef Ingo Hühn. „Schwimmen für einen guten Zweck – in diesem Fall für die Menschen in der Ukraine, die diesen Krieg nicht begonnen haben, aber unter ihm leiden und gleichzeitig ihre Werte und die Europas verteidigen – ist ein starkes Zeichen und hilft, dieses Thema im Bewusstsein zu halten.“
Das Organisationsteam habe das Event „herausragend organisiert – inklusive Technik vor Ort und der Software im Hintergrund“, lobte Hühn. Über Bildschirme wurden stets der aktuelle Spendenstand sowie die geschwommenen Bahnen angezeigt. „Ich bin stolz, dass wir im Verein so engagierte Mitglieder haben, die eine solche Veranstaltung auf die Beine – oder besser gesagt ins Wasser – gestellt haben.“
Nach dem Event blickte man beim RSC mit großer Zufriedenheit zurück – und voraus: Eine Neuauflage sei durchaus denkbar. „Ideen, wie wir die Veranstaltung weiterentwickeln können, haben wir schon jetzt genug“, so Wollbeck abschließend.
Der Hessische Schwimm-Verband gratuliert dem Rüsselsheimer Schwimm-Club zu dieser eindrucksvollen Veranstaltung und würdigt das außergewöhnliche Engagement aller Beteiligten – ein herausragendes Beispiel dafür, wie Sport, Gemeinschaft und Solidarität auf inspirierende Weise zusammenwirken.
Text: Michael Schaffar – Rüsselsheimer Schwimm-Club
Fotos: Heiner Engelter