HSV TEAM mit vielversprechenden Leistungen beim EuroMeet – Elendt glänzt mit Altersklassenrekord

HSV Team in Luxembuorg Foto: S. Sheth

Mit der 22. Auflage des EuroMeet in Luxemburg stand am vergangenen Wochenende ein echter Leckerbissen für Schwimmfans auf dem Programm. Im Sportzentrum „D’Coque“ im Stadtteil Kirchberg sprangen von Freitag bis Sonntag (24.- 26.01.2020) die internationalen Stars der Schwimmwelt ins Becken. Mit dabei waren zahlreiche Olympiasieger, Weltrekordhalter und Weltmeister. Wie angekündigt begeisterten in der Coque vor allem die internationalen Hochkaräter wie Sarah Sjöström, Pernille Blume, Katinka Hosszu und Florent Manaudou die Zuschauer. Auch etliche deutsche Spitzenschwimmer waren gemeldet und wollten ihre Chance nutzen, sich auf europäischem Boden für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu qualifizieren.

Nach drei hochklassigen Veranstaltungstagen mit schnellen und spannenden Rennen konnten sich die Organisatoren über elf Meeting Rekorde freuen. Darüber hinaus stellte über 50m Schmetterling der Ukrainer Vladyslav Bukhov (2002) in 23,14 Sekunden einen neuen Juniorenweltrekord auf.

Aus Sicht des Deutschen Schwimm-Verbandes sorgte am letzten Wettkampftag Philip Heintz für das sportliche Highlight in der Hauptstadt des Großherzogtums: mit seinem Sieg über 200m Lagen sicherte sich der Vize-Europameister in 1:58,92 Minuten nicht nur die Goldmedaille bei der 22. Auflage des EuroMeet, sondern auch das Olympiaticket für Tokio. Heintz hat sich damit als zweiter deutscher Beckenschwimmer nach Marco Koch für das sportliche TOP Event im Jahr 2020 qualifiziert. Genau wie für Koch sind es für den 28- jährigen vom SV Nikar Heidelberg die dritten Olympischen Spiele nach 2012 und 2016. Bis einschließlich der Deutschen Meisterschaften vom 30. April bis 03. Mai in Berlin haben alle weiteren DSV-Athleten Zeit, die Normen für die Sommerspiele in TOKIO zu erfüllen.

Auch Landestrainerin Shila Sheth zog nach der Rückkehr aus Luxemburg eine positive Bilanz für das TEAM HESSEN. „Das EuroMeet ist der perfekte Kick-off für die anstehende Langbahn-Saison, da die Sportler nach der Kurzbahnsaison zum Ende des Jahres 2019 und den Trainingslagern zum Jahresstart 2020 ihre Form recht zeitnah testen können. Auf einigen Wettkampfstrecken zeigten die hessischen Schwimmerinnen und Schwimmer bereits in der frühen Phase der Saison viel versprechende Leistungen.“

Ein besonderes Augenmerk lag in diesem Jahr wieder auf Marco Koch. Als Dauergast und Seriensieger hat er seit 2013 gute Erinnerungen an Luxemburg. Am Samstag kam er über 200m Brust zwar nicht an seine Jahresbestzeit heran. Doch zum Sieg reichten an seinem 30. Geburtstag auch 2:11,90 Minuten. „Ich konnte meinen achten Sieg in Folge einheimsen und habe ein gutes Rennen gemacht. Zum Glück habe ich auch meine Rückenschmerzen in den Griff bekommen. Jetzt geht es wieder voll in die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele.“

Mit zwei starken Rennen über 50m und 100m Brust hat Anna Elendt in der Coque ein Ausrufezeichen zum Jahresstart gesetzt. Der Youngster gewann am Samstag über 50m Brust die Bronzemedaille und stellte dabei in 31,44 Sekunden einen neuen Deutschen Altersklassenrekord bei den 19- jährigen auf. Nur einen Tag später legte die HSV-Schwimmerin den nächsten DSV Altersklassenrekord nach. Über die 100m Brust war sie in 1:08,73 Minuten wie schon tags zuvor auf der halben Strecke schneller als jede andere Deutsche zuvor bei den 19-jährigen und sicherte sich damit erneut Bronze. „Ich hoffe, die Ergebnisse geben Anna Auftrieb für die weiteren Qualifikationswettkämpfe zu den Olympischen Spielen in Japan, bis hin zu den Deutschen Meisterschaften in Berlin“, gab Shila Sheth zu Protokoll.

Eindrücke vom WK. Fotos: S. Sheth

Auch Hessens Rückenschwimmer konnten im beschaulichen Luxemburg das Siegerpodest erklimmen. Zum Auftakt der Veranstaltung sorgte Jenny Mensing in den A-Finals für die beste Platzierung der deutschen Schwimmer. Hinter der Ukrainerin Daryna Zevina (1:01,26) schlug die Wiesbadenerin über 100m Rücken als zweitplatzierte in 1:02,60 Minuten an. Am Sonntag schwamm die 33jährige Polizeikommissarin dann mit 2:13,52 Minuten auf den dritten Platz über 200m Rücken.

Routinier Jan-Philip Glania startete mit einem vierten Platz über 100m Rücken bei einer Zeit von 55,41 Sekunden in das Olympische Jahr. Die Olympia-Norm (53,70 Sekunden) hatte der HESSE noch nicht angepeilt. Für ihn stand im Vordergrund, Wettkampferfahrung zu sammeln. „Da ist noch jede Menge Potenzial, aus dem man noch einiges herausholen kann“, erklärte der 31-Jährige nach dem A-Finale. Auch wenn er während des Rennens Aufgrund der nicht gerade idealen Deckenkonstruktion für Rückenschwimmer Kontakt mit der Leine machte, war er mit der erreichten Zeit aus dem vollen Training heraus recht zufrieden. „Ich werde mein gesamtes Training auf die Deutschen Meisterschaften (30. April – 03. Mai) auslegen“, bleibt der Rückenspezialist ganz entspannt.

Über die 50-Meter-Strecke war der Frankfurter dann am Samstag unterwegs und konnte im Finale mit dem zweiten Platz aufs Treppchen klettern. 25,56 Sekunden standen für den Zahnmediziner zu Buche, der sich damit nur Yohann N’Doye Brouard aus Frankreich geschlagen geben musste – zwölf Hundertstel hatten zum Sieg gefehlt. Im Teamwettbewerb 4x 100m Mixed erzielte er am Schlusstag als Startschwimmer 55,21 Sekunden.

Zufrieden zeigte sich das hessische Trainer Quartett auch mit den weiteren Schwimmerinnen und Schwimmern des TEAM HESSEN. In einem bestens besetzten Teilnehmerfeld zeigte vor allem Reva Foos und Lucas Matzerath, dass sie in den letzten Wochen gut trainiert haben und sie sich damit in Hinblick auf ihre Saisonziele in eine gute Ausgangsposition gebracht haben. Auch Oliver Klement (JG 2002), der im letzten Jahr neu in das Perspektivteam des HSV aufgenommen wurde, präsentierte sich in einer guten Verfassung und kann selbstbewusst die kommenden Aufgaben angehen.

Insgesamt hatte es vier deutsche Siege in Luxemburg gegeben. 40 nationale Clubs nahmen an dem Event teil. Die Schwimmerinnen und Schwimmer starteten zum Teil für ihre Auswahlmannschaften, zum Teil für ihre Clubs. Aus HESSEN waren noch der DSW 1912 Darmstadt und der SC Wiesbaden 1911 nach Luxemburg angereist.

Stefan Sonnenschein – ehem. HSV Vizepräsident