C. Keber und N. Frach (v.l.) Foto: Frach

Niklas Frach und Christian Keber ist der Auftakt in die Weltcup-Serie 2020 am vergangenen Wochenende eindrucksvoll gelungen. Beim ersten Wettbewerb in Katar legten die beiden hessischen Ausdauerathleten im TEAM des Deutschen Schwimm-Verbandes über die olympische 10-km-Distanz einen Saisonstart nach Maß hin.

Aufgrund der Wassertemperaturen von nur rund 17°C im persischen Golf wurden die Rennen der Frauen und Männer am Samstagvormittag mit Neoprenanzügen geschwommen, auch wenn nicht alle Schwimmerinnen und Schwimmer sich diese „Textilvorschrift“ gewünscht haben: „Grundsätzlich schwimme ich lieber ohne Neo“, gab Niklas Frach nach dem Rennen zu Protokoll. „Aber ich will mich nicht beklagen, hat ja auch so Mega-gut funktioniert“. Zehn Tage nach seinem 22. Geburtstag absolvierte der Langstreckenspezialist die zehn Kilometer in hervorragenden 1:50:06,9 Stunden. Der Schwimmer des SV Gelnhausen bot eine überzeugende Vorstellung in Doha im Dress der Nationalmannschaft und blieb mit gerade einmal rund sieben Sekunden Rückstand auf das Podest in Reichweite zur Weltspitze.

N. Frach und C. Keber (v.l.) Foto: Frach

Zweiter hessischer Starter auf dem Rundkurs im Persischen Golf war Christian Keber. Ein „gutes Ergebnis“ war für den Wiesbadener das Ziel beim ersten Härtetest im Olympischen Jahr bei einem Weltcup mit solch einem hochkarätigem, internationalem Starterfeld. Nach fünf Runden im fast wellenlosen Wasser reichte es am Ende in 1:50:14,7 Stunden für den 22-jährigen zum Sprung unter die Top 40. Damit war er knapp vier Minuten schneller als im vergangenen Jahr und konnte sich um 17. Plätze vom 55. auf den 38. Rang in diesem Jahr verbessern. Der Hessische Schwimm-Verband gratuliert zum gelungenen Saisoneinstand und wünscht beiden Athleten weiterhin viel Erfolg.

Der Sieg in Katar bei den Männern ging an den Franzosen Marc-Antoine Olivier (1:49:46 Stunden), gefolgt von den deutschen Olympiateilnehmern Rob Muffels und Florian Wellbrock (Magdeburg). Die beiden Deutschen kamen 13 Sekunden hinter dem Franzosen ins Ziel und machten die Silber- und Bronzemedaille in einem Fotofinish unter sich aus. Differenz nach zehn Kilometern – eine Zehntelsekunde!

Bei den Damen siegte am Samstagmorgen die Würzburgerin Leonie Beck. Mit einer Zeit von 1:56:41,1 Stunden kam sie haarscharf – nämlich mit gerade einmal zwei Zehntel Vorsprung – vor der mehrfachen Weltmeisterin Ana Marcela Cunha (1:56:41) aus Brasilien und der niederländischen Olympiasiegerin Sharon van Rouwendaal (1:56:41,3) über die zehn Kilometer ins Ziel. Für Leonie Beck war es die erste Goldmedaille bei einem Weltcup. „Wir sind sehr zufrieden. Das war ein sehr gelungener Auftakt in das olympische Jahr“ resümierte Bundestrainer Stefan Lurz und freute sich, dass die deutschen Freiwasserschwimmer damit einen kompletten Medaillensatz aus Doha mit nach Hause nehmen konnten.

Beeindruckend, dass trotz einer Distanz von 10-km und einer fast zweistündigen Renndauer die beiden Rennen bei den Frauen und Männern erneut wieder erst auf den letzten Metern entschieden wurden. Routine oder Geschwindigkeit, Energie sparen oder Tempo machen – Freiwasserrennen waren in der Vergangenheit sehr taktisch geprägt. Mit dem Einzug der schnellen Beckenschwimmer hat sich das Tempo aber immer weiter erhöht. Dies hat auch der Weltcup in Doha erneut unter Beweis gestellt.

Die weiteren Austragungsorte der 10 Stationen umfassenden Marathon Swim World Series 2020 werden sein:

# 2 03. Mai 2020 Victoria (SEY)
# 3 06. Juni 2020 Budapest (HUN)
# 4 13. Juni 2020 Setubal (POR)
# 5 19. Juli 2020 Lax St. Jean (CAN)
# 6 01. August 2020 Lac Megantic (CAN)
# 7 30. August 2020 Ohrid (MKD)
# 8 19. September 2020 Nantou (TPE)
# 9 15. Oktober 2020 Chun’An (CHN)
# 10 24. Oktober 2020

 

VON: S. Sonnenschein – ehem. HSV Vizepräsident

Hong Kong (CHN)