Raum für den Austausch boten die Fachgespräche während des Symposiums, aus Hessen dabei Dr. Gerlinde Hemmling (Universität Frankfurt; 2.v.links)) Foto: H. Gruner

Das Schwimmen lehren weiter entwickeln

Zu Beginn wollten die Initiatoren den regelmäßigen Meldungen von Badeunfällen etwas Konstruktives entgegensetzen: Das Ergebnis sind vier aufeinander aufbauende Lernschritte, die den Erwerb von Kompetenzen für das sichere Bewegen im Wasser verändern werden. Gemeinsam haben Mitglieder der Kommission Sport (SpoKo) der Ständigen Konferenz der Kultusminister (KMK), der schwimmsporttreibenden Verbände, der Sportwissenschaften und der Unfallversicherungsträger in den zurückliegenden beiden Jahren Materialien entwickelt, die zunächst Hilfestellungen für den Anfängerunterricht in der Schwimmausbildung der Grundschulen geben sollen. Die Broschüre der Gesetzlichen Unfallversicherung und ein darauf abgestimmtes Handkartenset zeigen den methodischen Aufbau der vier Niveaustufen des Schwimmen lernen: die Wassergewöhnung – die Grundfertigkeiten des Schwimmens – die Basisstufe Schwimmen und das Sichere Schwimmen. Insbesondere die beiden ersten Niveaustufen machen deutlich, worauf es den Autoren im Lernprozess ankommt. Das sichere Bewegen im Wasser und das ausdauernde Schwimmen bedürfen einer inhaltlichen Vorbereitung, die in der Auseinandersetzung mit den Eigenschaften und Wirkungen des Wassers beginnt und mit dem Erwerb bzw. der Entwicklung der Grundfertigkeiten für das Bewegen im Wasser fortgesetzt wird. Atmen, Tauchen, Drehen, Rollen, Gleiten, Springen und Antreiben sind elementare Grundfertigkeiten und sind dem Erlernen der Schwimmarten unbedingt voranzustellen. Deshalb haben die beteiligten Verbandsvertreter u.a. einen Test entwickelt, der diese Fertigkeiten vor dem Übergang zur Basisstufe auch überprüft. Etwas Vergleichbares ist bisher im deutschen Ausbildungssystem nicht vorhanden.

Michael Ulmer (HSV) und Dr. Miriam Hilgner (Uni Darmstadt) sind aufmerksame Teilnehmer am Symposium in Dresden Foto: H. Gruner

Das vollständige Ergebnis der Arbeitsgruppe wurde jetzt in Dresden den Multiplikatoren aller beteiligten Verbände präsentiert. Die ersten Rückmeldungen stimmen positiv, doch muss für die Umsetzung auf Länderebene noch einiges getan werden. Michael Ulmer, der als Vertreter des Hessischen Schwimm-Verbandes an der Veranstaltung teilnahm, schlug deshalb ein Treffen der Landesvertreter vor. Zunächst solle der HSV jedoch auch für sich überlegen, ob und wie der Fachverband das Ausbildungsmodell für die Qualifikation seiner Vereinstrainerinnen und -trainern übernimmt.

Positive Resonanz

Die Idee stößt bei den Sportwissenschaftlerinnen in Frankfurt und Darmstadt auf positive Resonanz. „Auch für die Ausbildung der Studierenden ist das Niveaustufenmodell interessant“, so Dr. Gerlinde Hemmling von der Goethe-Universität Frankfurt.

Die für die Lehrerfortbildung zuständige Zentrale Fortbildungsstelle für Sportlehrkräfte (ZFS) beschäftigt sich ebenfalls intensiv mit dem Modell, dass die Bundesvertreter in Dresden vorgelegt haben. Die ersten beiden Niveaustufen finden bereits  im Schwimm(S)pass der ZFS Berücksichtigung. Der Kartensatz für die Schule erfreut sich wiederum auch in der Vereinsausbildung großer Beliebtheit. Die erste Auflage wird spätestens am Ende des laufenden Schuljahres vergriffen sein. Derzeit arbeitet die Konzeptgruppe unter Mitarbeit von HSV Vertretern an einer Erweiterung und Aktualisierung der Materialien. Es gibt im neuen Jahr also noch einiges zu tun.

 

028_KMK_DGUV: Michael Ulmer (HSV) und Dr. Miriam Hilgner (Uni Darmstadt) sind aufmerksame Teilnehmer am Symposium in Dresden

084_KMK-DGUV: Raum für den Austausch boten die Fachgespräche während des Symposiums, aus Hessen dabei Dr. Gerlinde Hemmling (Universität Frankfurt; 2.v.links))

 

VON: Axel Dietrich, ehem. Vizepräsident Breitensport und Sportentwicklung