DMS 1. Bundesliga 2020 – HESSENS Vereine weiter erstklassig!

Gastgeber SC Wiesbaden ärgert Seriensieger und erkämpft sich Silbermedaille – Männerteam SG Frankfurt erneut auf dem Siegerpodest.

Einmal mehr präsentierte sich Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden am vergangenen Wochenende als Sportstadt. Während rund 2.000 hochrangige Gäste aus Wirtschaft, Politik, Medien und Sport sich auf ein abwechslungsreiches Programm beim 50. Ball des Sports der Stiftung Deutsche Sporthilfe im RheinMain CongressCenter (RMCC) freuten, traten bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften in der 1. Bundesliga Schwimmen die besten Vereine der Republik gegeneinander an. Zum Bundesliga-Establishment gehören mit fünf Mannschaften auch drei hessische Vereine: der DSV Darmstadt, die SG Frankfurt und der SC Wiesbaden.

Im Hallenbad Kleinfeldchen präsentierte sich am 01. und 02. Februar die eigentliche Individualsportart Schwimmen als Teamevent. Jeweils zwölf Mannschaften gingen am Samstag und Sonntag bei den Damen und Herren auf die Jagd nach Punkten. Ein bunt gemischtes Teilnehmerfeld war am Start. Während die einen auf nationale Spitze bauten, holten andere sich (vollkommen regelkonform) kräftig Unterstützung aus dem Ausland und die nächsten haben vor allem Nachwuchsathleten in Deutschlands höchster Schwimmliga Erfahrung sammeln lassen.

Foto S. Sonnenschein
S. Langanke u. A. Hegemann
Foto S. Sonnenschein

Auch wenn einige Mannschaften in diesem Jahr den Seriensieger aus Unterfranken Paroli bieten konnten, hieß es am Ende nach 34 Wettbewerbern „Alles wie immer“. Der SV Würzburg 05 wurde zum vierten Mal infolge seit 2017 Deutscher Mannschaftsmeister bei den Frauen und Männern. Im Kleinfeldchen erkämpften sich die Schwimmerinnen 25.599 Punkte. Damit hatten sie 695 Zähler mehr auf dem Konto als die zweitplatzierten Gastgeberinnen vom SC Wiesbaden. Auf Platz drei schwamm der SV Nikar Heidelberg. Bei den Männern behaupteten sich die Würzburger bei ihrem fünften DMS Sieg infolge mit 25.294 Punkten vor der Neckarsulmer Sportunion und der SG Frankfurt.

Frauen                                                                        Männer                                                         

  1. SV Würzburg 25.599                                              SV Würzburg                                   25.294
  2. SC Wiesbaden 24.940                                             Neckarsulmer Sport-Union              24.499
  3. SV Nikar Heidelberg 24.490                                  SG Frankfurt                                     24.217
  4. Neckarsulmer Sport-Union 24.380                         SG Essen                                           24.120
  5. SG Neukölln 24.033                                               1. Potsdamer SV                                24.019
  6. SG Essen 22.940                                                     SC Wiesbaden 1911                          23.879
  7. SSG Leipzig 22.549                                                SG Neukölln                                     23.791
  8. SG Frankfurt 22.252                                               SG Stadtwerke München                  23.502
  9. SG Stadtwerke München 21.964                            DSW 1912 Darmstadt                       23.034
  10. Potsdamer SV 21.631                                             SG Bayer                                           22.693
  11. SG Dortmund 21.221                                             W98 Hannover                                   21.849
  12. SSG Saar Max Ritter 21.067                                  SV Nikar Heidelberg                         21.168

Die Hausherren des SC Wiesbaden wollten nicht nur mit ihrer Gastfreundschaft gegenüber der Konkurrenz glänzen, sondern nach ihrem Aufstieg 2019 mit beiden Mannschaften aus der zweiten in die erste Liga auch gleich den diesjährigen Heimvorteil nutzen und um die Podestplätze mitschwimmen. Mit internationaler Unterstützung u.a. durch die finnische EM-Medaillengewinnerin Jenna Laukannen und der italienischen Vize-Europameisterin Ilaria Cusinato wurde das Team von Rückenspezialistin Jenny Mensing angeführt.

Sehr lange lieferten sich die Wiesbadenerinnen gerade am ersten Wettkampftag ein spannendes Kopf an Kopf-Rennen mit den späteren Titelträgern. Schnell stellte sich heraus, dass Cheftrainer Oliver Großmann ein glückliches Händchen bei der Auswahl seiner „Gastschwimmerinnen“ gehabt hat. Zur Halbzeit lagen die Hausherrinnen nur 43 Zähler hinter dem Favoriten aus Bayern. Eifrigste Punktesammlerin bei den Hessinnen sowie aller weiblichen Starterinnen wurde mit 4.040 Zählern nämlich Jenna Laukkannen, gefolgt von Leonie Antonia Beck (4.034/SV Würzburg) und Sarah Köhler (4.028/SG Frankfurt). Ebenfalls unter den besten zehn Schwimmerinnen Fanni Vivien Fabien (3.877 Pkt.), die ihre beste Einzelleistung über 400m Freistil (866 Pkt.) in 4:05,55 Minuten erzielte. Unter den Augen von Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende kämpften die zehn Wiesbadenerinnen aufopferungsvoll bis zum Schluss um jede Hundertstel Sekunde, um am Ende den zweiten Platz und damit die Silbermedaille im eigenen Haus feiern zu können.

Foto S. Sonnenschein
Mannschaft der SGF. Foto: S. Sonnenschein

Bereits 2008 konnten die Männer des SC Wiesbaden mit einer Medaille bei der DMS Vereinsgeschichte schreiben. Es folgten wechselhafte Jahre, bis zum erneuten Aufstieg im vergangenen Jahr. Viel hatten sich die Herren vorgenommen. Leider musste das Team krankheitsbedingt auf den DM-Medaillengewinner Felix Ziemann verzichten. Seine Teamkollegen zeigten sich aber hoch motiviert. Nach jedem Start änderte sich von Platz drei bis Platz sechs die Rangfolge. Christian Keber (3.623 Pkt.) und David Földhäzi (3.548 Pkt.) sammelten die meisten Punkte. Die punktbeste Einzelleistung erzielte aber Frederico Poggio mit 1:00,07 über 100m Brust (793 Punkte) für die Wiesbadener. Am Ende reichte es für die Herren zum sechsten Tabellenplatz.

Zufrieden konnte sich auch das Trainerteam um Sportdirektor Michael Ulmer von der SG Frankfurt am Sonntagabend zeigen. Obwohl mit Reva Foos und Sebastian Pierre-Louis zwei Leistungsträger wegen Krankheit kurzfristig ausfielen, konnten durch eine mannschaftliche Geschlossenheit die Frauen einen guten achten Platz und die Herren einen hervorragenden dritten Platz belegen. Damit konnten die Herren ihren dritten Platz aus dem letzten Jahr bestätigen. Das Team aus der Mainmetropole setzt dabei komplett auf die eigenen Kräfte!

Die SG Frankfurt hatte mit Freistil-Expertin Sarah Köhler dabei auch die punktbeste Teilnehmerin der gesamten Veranstaltung in ihren Reihen. Die Vize-Weltmeisterin erzielte mit 15:47,16 Minuten über 1.500m Freistil die stärkste Einzelleistung des Wochenendes, trotz der zahlreichen Internationalen Gäste. 915 Zähler waren der verdiente Lohn für ein beherztes Auftreten über die längste Einzelstrecke der Titelkämpfe. 3.258 Punkte bzw. 3.200 Punkte steuerten Luna Mertins bzw. Lili Marie Kramer zum Mannschaftsergebnis bei und sicherten damit einen guten Mittelfeldplatz für die SGF ab. Mit Teamkollegin Nika Steigerwald (JG 2006) hatten die Frankfurter auch die jüngste hessische Teilnehmerin in ihrer Mannschaft.

Wie erwartet trugen Marco Koch (3.903 Punkte) und Jan-Philip Glania (3.622 Punkte) die meisten Zähler zum Gesamtergebnis im Männerteam der SG Frankfurt bei. Stark aber auch die Einzelresultate von Oliver Klement über 1500m Freistil mit satten 808 Punkten und von Richard Braunberger mit 794 Punkten über 400m Freistil. Insgesamt eine sehr starke Teamleistung!

Foto S. Sonnenschein
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Mannschaftliche Geschlossenheit war auch für den DSW Darmstadt von Voraussetzung, um mit Deutschlands Schwimmelite mithalten zu können. Die acht Herren aus Hessens Süden holten vom ersten Wettkampf an alles aus sich raus, damit Cheftrainer Alexander Kreisel am Ende zufrieden bilanzieren konnte „Klassenerhalt!!!“. Großen Anteil dank starker Leistungen hatten daran vor allem die Routiniers Julius Flohr (3.711 Punkte), Alexander Bauch (3.575 Punkte), Jan Fährmann (3.359 Punkte) und Lukas Löwel (3.329 Punkte). Nach zwei intensiven Abschnitten reichte es zu einer sicheren einstelligen Platzierung, die auch im nächsten Jahr einen Start in Deutschlands höchster Liga garantiert.

Der Hessische Schwimm-Verband gratuliert allen drei Vereinen zu den erzielten Platzierungen und den Schwimmerinnen und Schwimmern zu ihren ganz persönlichen Leistungen. Gleichzeitig bedankt der HSV sich beim SC Wiesbaden, welcher trotz schwieriger Bedingungen die DMS 1. Bundesliga 2020 in Hessens Landeshauptstadt geholt hat. In einem Hallenbad, in dem die benötige Infrastruktur fehlt, wo Tribünen, Technik, Catering, Zeitanlage und Ausrüstung aufwändig besorgt werden müssen, hat das ORGA Team der Schwimmabteilung des SCW ganze Arbeit geleistet. Davon konnten sich vor Ort nicht nur der Präsident des HSV, Herr Michael Scragg, sondern auch die Vizepräsidentinnen Gesine Wilke und Antje Praefcke sowie der Vizepräsident Leistungssport, Manuel Martin, überzeugen. Weiterhin an beiden Tagen vor Ort der Vorsitzende der Fachsparte Schwimmen im DSV, Tjark Schroeder.

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Aber nicht nur vor Ort konnten Zuschauer den Kampf um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaften bei den Frauen und Männern verfolgen. Rund 23.000 Zuschauer aus 51 Nationen verfolgten kumuliert am Samstag und Sonntag im Livestream die Veranstaltung. Einen großen Anteil an dem internationalen Interesse hatten daran sicherlich auch die zahlreichen „Gastschwimmer“ aus Ungarn, Italien, Finnland und Großbritannien, schließlich waren die teilnehmenden Teams sowie alle Beteiligten dazu aufgerufen, ihre Freunde, Verwandte und Vereinskollegen auf den Livestream hinzuweisen.

Bericht von Stefan Sonnenschein