Deutsche Kurzbahnmeisterschaften 2025 in Wuppertal

Neun Hessische Titel bei den DKM

Seit einigen Jahren zieht es Mitte November die schnellsten Schwimmerinnen und Schwimmer Deutschlands nach Wuppertal. Fast schon traditionell wurden in dem nordrhein-westfälischen Städtchen vom 13. bis zum 16. November die Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften ausgetragen. Insgesamt rund 880 Athletinnen und Athleten gingen im Stadtbad Johannisberg, der sogenannten „Schwimmoper“, an den Start, um ihre Deutschen Kurzbahn-Meisterinnen und -Meister 2025 zu ermitteln. Etwa ein Zehntel davon kam aus Hessen: 39 Frauen und 48 Männer. Mit 202 der 2.049 Einzel- sowie 19 der 144 Staffelmeldungen war Hessen auch quantitativ stark vertreten.

Die größte hessische Delegation stellte der SC Wiesbaden mit fünf weiblichen und 16 männlichen Aktiven, die insgesamt 62 Einzelstarts sowie fünf Staffelteilnahmen absolvierten. Die SG Frankfurt reiste mit 17 Sportlerinnen und Sportlern (sechs weiblich, elf männlich) an und meldete 57 Einzel- sowie sechs Staffelstarts. Weitere hessische Vereine waren der DSW Darmstadt (4/7/32/2), der TV Wetzlar (11/6/21/2), der SCW Eschborn (5/4/12/1), der Hofheimer SC (1/1/5/0), der Wassersportverein Offenbach (2/3/13/1) sowie der SV Delphin Wiesbaden (5/0/0/2).

Am Beckenrand waren aus Hessen die Kampfrichter Heiko Geis, Stefan Langanke, Benjamin Mühlbauer, Dominik Plamper, Michael Thürauf und Ingo Zacharias im Einsatz. HSV-Leistungssportdirektorin Shila Sheth sowie Landestrainer Ingolf Bender verfolgten die Veranstaltung durchgehend vor Ort. Auch HSV-Vizepräsidentin Leistungssport Barbara-Maria Birke war anwesend und nutzte die Meisterschaften unter anderem zum Knüpfen neuer Kontakte. Als Fotograf begleitete Stefan Sonnenschein die Wettkämpfe und informierte die Daheimgebliebenen über die HSV-Instagram-Seite. Physiotherapeutin Britta Mrozinski unterstützte die hessischen Schwimmerinnen und Schwimmer ebenfalls vor Ort.

Die Wettkämpfe der Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften umfassen vormittags die Vorläufe und nach einer Erholungs- und Regenerationspause nachmittags die A- und B-Finals der jeweils acht Zeitschnellsten. Aus Hessen erreichten bis zum Ende der Veranstaltung sechs Athletinnen und zehn Athleten ein A-Finale.

Drei hessische Sportlerinnen und Sportler qualifizierten sich gleich viermal für ein A-Finale. Dazu gehörte Simon Bucher (SG Frankfurt). Der 2000 geborene Österreicher und Vize-Weltmeister von Doha 2023 erreichte dies über 50 und 100 Meter Schmetterling sowie über 50 und 100 Meter Rücken. Über 100 Meter Rücken gewann er in 51,58 Sekunden Gold – ebenso über 100 Meter Schmetterling in 51,27 Sekunden. Über 50 Meter Schmetterling holte er in 22,94 Sekunden Silber und musste sich nur Maurice Grabowski (SC Wiesbaden) geschlagen geben, der in hervorragenden 22,82 Sekunden anschlug. Der 2002 geborene Grabowski unterbot damit die U23-EM-Norm und sicherte sich seinen Startplatz für die Kurzbahn-Europameisterschaft in Lublin (02.–07.12.2025). Über 50 und 100 Meter Freistil gewann er zudem jeweils Silber (21,55 bzw. 47,85 Sekunden) sowie Bronze über 50 Meter Rücken (23,75 Sekunden).

Ebenfalls viermal im A-Finale stand Maximilian Warkentin (Jg. 2006, SG Frankfurt). Der 19-Jährige überzeugte insbesondere am letzten Veranstaltungstag über 100 Meter Lagen: In 53,68 Sekunden sicherte er sich überraschend den Sieg und damit die Goldmedaille.

Auch Hannah Schneider (Jg. 2008, Hofheimer SC) schwamm viermal in die Top 8. Über 50, 100 und 200 Meter Brust gewann sie jeweils Bronze (31,47 s / 1:07,74 min / 2:26,86 min).

Der Brustspezialist und Olympia-Teilnehmer Lucas Matzerath (Jg. 2000, SG Frankfurt) zeigte über 100 Meter Brust seine Klasse und gewann in 57,83 Sekunden den Deutschen Kurzbahntitel 2025. Mit 873 World Aquatics-Punkten erzielte er zudem die beste Leistung der gesamten Veranstaltung. Über 50 und 200 Meter Brust gewann er jeweils Bronze (26,63 s / 2:08,56 min).

Auch das Darmstädter Sprint-Ass Alexander Bauch (Jg. 1999, DSW Darmstadt) präsentierte sich erneut stark und erreichte drei A-Finals. Über 50 Meter Rücken verteidigte er seinen Titel aus dem Vorjahr in 23,60 Sekunden. Zwei weitere Bronzemedaillen steuerte Bogdan Shelipov (Jg. 2002, SC Wiesbaden) über 50 (21,75 s) und 100 Meter Freistil (47,93 s) bei.

Weitere hessische A-Final-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer waren:
Milena Auer (Jg. 2009; DSW Darmstadt), Pia Helli Henning (Jg. 2006; SG Frankfurt), Mónika Beatrix Ollè (Jg. 1999; SC Wiesbaden), Marie Strohalm (Jg. 2007; SG Frankfurt), Masniari Wolf (Jg. 2005; SG Frankfurt), Urs-Laurin Bludau (Jg. 1998; SC Wiesbaden), Melvyn Faber-Billot (Jg. 2007; SG Frankfurt), Diego Alfons Heinze (Jg. 2007; SC Wiesbaden) und Peer Möller (Jg. 2006; SG Frankfurt).

Auch die Staffeln verliefen aus hessischer Sicht äußerst erfolgreich. Besonders hervorzuheben ist der Dreifach-Sieg über 4×50 Meter Lagen der Männer. Gold ging an den SC Wiesbaden in der Besetzung Bence Szentes, Urs-Laurin Bludau, Maurice Grabowski und Bogdan Shelipov, die in 1:34,97 Minuten rund 1,2 Sekunden schneller waren als die SG Frankfurt. Platz drei belegte der DSW 1912 Darmstadt.

Über 4×50 Meter Freistil der Männer gewann erneut der SC Wiesbaden (Shelipov, Grabowski, Szentes, Adrian Eichler) in 1:27,79 Minuten. Die SG Frankfurt wurde Dritter. Die Damen-Lagenstaffel der SG Frankfurt (Masniari Wolf, Nele Michalk, Pia Helli Henning, Christina Lehr) sicherte sich in 1:53,50 Minuten ebenfalls den Titel. Auch die Mixed-Lagenstaffel gewann die SG Frankfurt (Wolf, Warkentin, Bucher, Henning) vor dem SC Wiesbaden. Über 4×50 Meter Freistil Mixed erreichte die SG Frankfurt Platz zwei.

Insgesamt erschwammen die hessischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften 2025 neun Titel, sechs Silber- und zehn Bronzemedaillen.

Facts zu den DKM 2025

– 39 Schwimmerinnen und 48 Schwimmer aus Hessen in 202 Einzel- und 19 Staffelstarts
– 25 Medaillen für Hessen (9× Gold, 6× Silber, 10× Bronze)
– Hessischer Dreifach-Sieg über 4×50 m Lagen (männlich)
– Doppel-Sieg für Hessen über 50 m Schmetterling durch Maurice Grabowski und Simon Bucher
– EM-Norm für Maurice Grabowski über 50 m Schmetterling
– Sechs hessische Kampfrichter im Einsatz

 

von: Ingmar Zacharias – HSV Berichterstatter